Swing Quartet

Band

Text von Dieter Ulrich

Kennen Sie jemanden, der eine Zweitwohnung besitzt?  Waren Sie schon einmal dort?  Haben sie sich über die ausrangierten Möbel, die sie noch aus der Erstwohnung kannten, etwas gewundert und sich gefragt, weshalb man sich den Luxus eines zweiten Zuhauses leistet, wenn man es wie eine Notunterkunft bewohnt?
Mit dem reifen Swing-Stil, der sich nach 1945 bereichert durch die harmonische Raffinesse des Be Bop, unter dem lieblosen Oberbegriff „Mainstream“ etablierte, halten es die meisten heutigen Jazzmusiker ganz ähnlich: Sie sind überzeugt, dass die knapp temperierte, etwas abgewetzte, dafür nachgesüsste Version dessen, was sie in ihrem Alltag für ihren zeitgenössischen Post Bop halten, mit dem Begriff „Mainstream“ bestens umschrieben sei.
„Party-Jazz“ sozusagen, und damit das, was was man als Künstler „auch noch“ kann: Ein etwas abgeschmackter, lieblos möblierter Jazz, der niemanden stört, den aber auch keiner liebt. Ein Jazz, bei dem es kaum um ihn selbst, sondern vor allem um seine jeweilige Funktion geht.

Wer die Meister dieses Stils und ihre berühmten Bands wirklich kennt, ihre Musik sorgfältig hört, weiss, dass das nicht einmal in die Nähe der Realität kommt.
In vielen Belangen ist diese reife Form des Swings eine Summa, ein spezifischer Höhepunkt in der Geschichte des Jazz, der einer eigentlichen „Klassik“ vielleicht am nächsten kommt. Ein Stil, in dem sich Perfektion von Idee und Ausdruck, von instrumentaler Beherrschung und Beherrschtheit auf höchstem Niveau treffen müssen, damit er seine zeitlos-entspannte Wirkung entfalten kann: Eine Musizier- und Improvisationsform, in der nicht zuletzt Erfahrung eine grundlegende Rolle spielt!

Im Quartett um die beiden Hauptsolisten Thomas Dobler und Adam Taubitz treffen sich diese charakteristischen Eigenschaften auf höchstem Niveau, und hören wir ihnen zu, wird uns sofort bewusst, dass die Vier ihre Musik nicht wie eine leicht vernachlässigte Zweitwohnung betreiben müssen. Hier sind wir zu Gast in ihrem ureigenen Zuhause, in dem sie uns mit unnachahmlicher Brillanz und grösstem Einfallsreichtum eine Kunst vorführen, die den Jazz als Ganzes, als bedeutende künstlerische Ausdrucksform der Gegenwart, repräsentiert.

Keine Überraschung also, dass wir es in dieser Gruppe nicht mit unbeschriebenen Blättern zu tun haben können! - Vier unbestrittene Meister ihres Instruments und Fachs, die schon längst weit über die Landesgrenzen hinaus für ihre Könnerschaft geschätzt und bewundert werden:
Der Geiger Adam Taubitz hat einen ganzen Reigen internationaler Wettbewerbe gewonnen (Niccolò Paganini, Tibor Varga, Louis Spohr), bevor er Konzertmeister des Sinfonieorchesters Basel, dann Stimmführer der zweiten Geigen bei den Berliner Philharmonikern wurde. 1999 gründete er „The Berlin Philharmonic Jazz Group“ und ist heute auch Mitglied des Absolute Ensemble New York.

Was ihn allerdings weit über die Errungenschaften seines klassisch-akademischen Lebenslaufs erhebt, ist seine geradezu verblüffende Meisterschaft im Improvisieren, die einen Vergleich mit den wenigen wirklich herausragenden Jazzgeigern keineswegs scheuen muss!
Da wiederum kann ihm Thomas Dobler mühelos das Wasser reichen: Wie Taubitz genau so heimisch im klassischen Bereich wie im Jazz, gilt er einerseits als einer der virtuosesten akademisch geschulten Vibraphonisten Europas, anderseits als atemberaubender Improvisator.

Er ist Dozent an zwei Schweizer Hochschulen und hat gerade im Bereich des hochkarätigen Mainstream in den vergangenen Jahren mit fast allem, was international Rang und Namen hat, zusammengespielt!

Dani Solimine ist der beliebteste Begleitgitarrist der Schweiz, was seine vielen Bewunderer, ja bisweilen sogar Mitmusiker vergessen lässt, dass er ein rundum grossartiger, aber bewundernswert zurückhaltender Meister seines Instruments ist!

Stilsicher bis ins letzte Detail, harmonisch und rhythmisch völlig unbeirrbar, wurde er durch die Jahre geradezu zur Ikone seiner Funktion - Sässe ein anderer in dieser Band an seiner Stelle, würde sie wohl kaum ohne zusätzliches Piano und Schlagzeug auskommen...

In der Schweiz über den Bassisten Thomas Dürst zu schreiben, kann leicht zur Peinlichkeit werden: Er ist in seiner Heimat weltberühmt, und er wäre in ganz Europa einer der meist gefragten und bewunderten Bassisten, wäre er nicht so überaus bescheiden.

Zur Palette der Stars, die auf seinem felsenfest groovenden Fundament mitunter ganze Karrieren aufbauten, gehörten und gehören Jazzmusiker von Sandy Patton und Sammy Price bis hin zu Urs Blöchlinger und John Tchicai!

Fotos

Photos are free for press use, but you must include the credit.
PHOTOGRAPHERS: Enea Caccia, Daniel Cerrito, Beat Habermacher, Lorenz Pachmann, Adam Taubitz

Kontakt

  • Imprint

  • ©ALL CONTENT ON THIS WEBSITE © ADAM TAUBITZ AND THE RESPECTIVE OWNERS. PHOTOS AND TEXTS ARE INTENDED FOR PRESS USE ONLY.
    THIS DOMAIN IS HOSTED BY ADAM TAUBITZ.

Real Time Analytics